Als das Glück noch in
Dosen abgefüllt wurde.

Nach jahrzehntelangen Versuchen war nach der Jahrhundertwende der Industrie die Herstellung von evaporierter (wasserentzogener), ungezuckerter Dosenmilch gelungen, die zunächst in tropischen Gegenden ohne Milcherzeugung und in den Kriegsgebieten Verwendung fand.

Für eine amerikanische Gesellschaft vertrieb Otto Lagerfeld, der spätere Geschäftsführer der Glücksklee-Milchgesellschaft, Dosenmilch im Fernen Osten.

Nach der Rückkehr aus dem ersten Weltkrieg importierte die 1919 in Hamburg gegründete Firma Lagerfeld & Co. „Carnation“-Dosenmilch nach Deutschland. Der besseren Verkaufsmöglichkeiten wegen änderte Otto Lagerfeld 1923 den Markennamen um auf „Glücksklee“.

Infolge eines Schutzzolles drohte 1925 das Einfuhrgeschäft zum Erliegen zu kommen. Der Gedanke rückte in greifbare Nähe, Glücksklee-Milch in Deutschland selbst herzustellen.

Die am 19. November 1925 gegründete Glücksklee Milchgesellschaft mbH, Hamburg, in der auch amerikanisches Kapital beteiligt war, ließ ab Ende 1925 in Tag- und Nachtschichten in fünf Monaten das neue Werk errichten.

Bereits am 1. Mai 1926 lief die Produktion von Dosenmilch in der neuen Fabrik an. Sie ist bis zur Gegenwart das imposanteste Industrieunternehmen des Ortes geblieben.

(Aus Heimatbuch Neustadt in Holstein, herausgegeben von Johannes Hugo Koch, 1967)